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Wohnort: Kreuzberg (Marcel) und Charlottenburg (Sebastian)
Marcel hat lange an internationalen Kinoprojekten mitgearbeitet, ehe er vor ein paar Jahren beschloß, dass er genug Sets gesehen hatte und seitdem arbeitet er mit seiner Frau als sein eigener Boss. Die beiden haben ein Label für Geburtsgeschenke, Babysachen und Accessoires für Mamas (www.lafraiserouge.de). Die Liebe zur Fotografie hat er beim Film entdeckt - nicht an den Sets, wo striktes Fotografierverbot herrscht, sondern eher im Hintergrund und der Vorbereitung.
Sebastian hat sich einen alten Kindheitstraum erfüllt und arbeitet im Projektmanagement des Global Players der Eisenbahnindustrie. Dies ist eine eher nüchterne, stressige und von Zeitnot getriebene Tätigkeit, so dass er in der Fotografie Ruhe, Kreativität und mentale Erfüllung findet. Die Fotografie ist neben anderen ein Hobby seit dem 15. Lebensjahr.
http://www.wasichsah.de
http://www.sebstian-thurau.de
Link zur Siegerserie von Marcel und Sebastian
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| Wie oft habt ihr schon am FM teilgenommen? |
Wir waren beide zum ersten Mal 2008 dabei. Damals sind wir gemeinsam alleine angetreten und kamen - vollkommen zurecht - nicht einmal in die Nähe der ersten zehn. Das hat uns aber nicht entmutigt, sondern zu einer besseren Vorbereitung angespornt. Zudem sind zwei Jahre natürlich auch eine lange Zeit, in der wir unser fotografisches KungFu verbessern konnten. Gleich beim ersten Mal eine Platzierung zu erreichen ist bestimmt nicht unmöglich, aber es ist eine große Hilfe, wenn man einmal reinschnuppert und sich die Sache vor Ort anschaut. Man ist überrascht WIE knapp die Zeit ist :-)
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Welche Kamera/ Objektive habt ihr beim FM benutzt?
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Wir sind als Team angetreten, was ja zunächst mal bedeutet, dass man sich für eine Kamera entscheiden muss. Da Sebastian sich auch bei unseren sonstigen Fotosessions gerne um das Setting und Licht kümmert, blieb die Canon zu Hause bzw. im Rucksack und wir haben meine Kamera verwendet, eine Sony Alpha 900. An Objektiven wollte ich auf alles vorbereitet sein und hatte deshalb ein ziemlich altes Voigtländer Weitwinkel dabei (16 bis 35mm) mit dem die meisten Aufnahmen entstanden sind. Nummer zwei war ein 75 -300mm Tele von Sony, das z.B. für das Bild "Auf halber Strecke" zum Einsatz kam. Nummer drei ist ein 75mm Macro, dass ich privat am liebsten nutze, beim Marathon kam es aber kaum zum Einsatz. Darüberhinaus hatte ich einen Aufsteckblitz im Dauereinsatz, der für den Look unserer Reihe natürlich unentbehrlich war. Es handelt sich um ein Einstiegsmodel von Metz; sonst blitze ich nicht viel, ambient oder available light finde ich interessanter. Das I-Tüpfelchen an dem Blitz war natürlich Sebastians selbstgebastelte Bounce-Card, die beim „Feathern“ fast an eine Studioblitzanlage herankommt. Damit haben wir versucht, Schlagschatten zu verhindern, was auch fast überall funktioniert hat.
Unser wichtigstes Requisit war aber weder die Kamera, noch ein spezielles Zubehör, sondern die fantastische Michalina, die für uns gemodelt hat. Unser Gespräch dazu lief übrigens so:
Marcel: Hey Michi, hast Du Lust Dir unentgeltlich den ganzen Samstag um die Ohren zu schlagen? 12 Stunden lang Stress und Chaos?
Michalina: Klar! Wann und wo?
Genau diese Spontanität kommt auch auf den Bildern rüber und wir sind wahnsinnig froh, dass wir sie für die Geschichte gewinnen konnten. Die Kamera ist nur ein Werkzeug – zugegeben ein sehr gutes – aber entscheidend ist halt nicht das Objektiv oder die Elektronik sondern das, was vor dem Glas passiert. Michis Verschmitztheit haben den recht kühlen Look perfektioniert und das hätte keine Kamera und kein Objektiv geschafft.
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Was war das Beste an eurer Teilnahme am FM? Was hat euch am meisten Spaß gemacht?
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Zunächst einmal die Sache an sich: Wenn man sich mit Fotografie beschäftigt, sieht man ja ohnehin viele Dinge von einem anderen Standpunkt, aber der Zeitdruck und die Themenvorgabe sorgen noch einmal für einen völlig neuen Blick auf die Stadt. Was uns ebenfalls gut gefällt ist die Stimmung - wir haben niemanden getroffen, der den FM verbissen nimmt, man grüßt sich unterwegs, plaudert oder übersetzt. Zudem entdeckt man die Stadt ganz neu. Obwohl wir beide hier geboren sind ist Berlin wirklich groß. Also quasi riesig ... von den Lokalitäten, die als Treffpunkte ausgesucht wurden, kannten wir zum Beispiel nur eine.
Das andere, was den Reiz ausmacht, sind die kleinen Geschichten rechts und links: Für die Aufnahme "Lebenskünstler" haben wir einen Burschen in Uniform zusammen mit unserem Model Michi fotografiert. Der "Soldat" wollte das Bild gerne haben und ich schrieb seine E-Mailadresse auf, als mir sein Name plötzlich bekannt vorkam und richtig - er ist der Freund eines Freundes und nämlicher Freund stand ebenfalls uniformiert um die Ecke. In Berlin leben ja nur ein paar Millionen Menschen ...
Sehr schön war auch unsere Aufnahme zu dem Thema "Am Rande der Zeit" – wir haben uns gekugelt vor Lachen und haben uns minutenlang nicht mehr einbekommen. Allerdings weiß ich beim besten Willen nicht mehr warum. Ich nehme an, dass unsere Erschöpfung eine Rolle gespielt hat.
Die allerbeste Geschichte ergab sich allerdings erst in der Folge des FM. Sebastian und ich haben uns - quasi ohne ernsthafte Gewinnabsicht – nebenher selbständig gemacht, in der Hoffnung, dass wir in Zukunft teure Spielzeuge ein wenig querfinanzieren können. Um ein Portfolio aufzubauen haben wir ein paar Freunde fotografiert und als der eine hörte, dass wir beim FM den dritten Platz gemacht haben, hat er das einem Freund erzählt, der sofort gesagt hat: Die Jungs sollen mein Hotel fotografieren! Was soll ich sagen: Wir kommen gerade aus dem Mariott München zurück und das lässt sich ziemlich direkt auf den Fotomarathon zurückführen! Unter www.farbkuppler.de könnt ihr euch das Ergebnis ansehen.
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Was war das unangenehmste an eurer Teilnahme am FM? Was hat euch am wenigstens Spaß gemacht? Was war am schwierigsten?
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Das Unangenehmste ... ? Da fällt mir nichts zu ein. Klar, so ein FM ist ziemlich anstrengend, man isst nur Quatsch und ist auch am nächsten Tag noch gerädert, aber das würde ich nicht wirklich als unangenehm bezeichnen. Schwierig fand ich Themen, die nur sehr lose eine Beziehung zum Haupthema haben, etwa "Getrennt" oder "Ich sehe was, was Du nicht siehst". Hier hätte ich mir oft stärkere Begriffe gewünscht, aber natürlich sind gerade diese Stolpersteine die wahren kreativen Herausforderungen und das, was mir mit am schwierigsten vorkam, "Nachtschwärmer", hat ja bewiesen, dass man manchmal da am besten ist, wo man es am wenigsten erwartet hätte. "Nachtschwärmer" ist übrigens das einzige Bild, das wir nur ein einmal Mal fotografiert haben. Zu allen anderen Themen (insbesondere zu "Früher war alles besser") haben wir immer mindestens ein dutzend Fotos gemacht und dann das beste rausgesucht. Für "Nachtschwärmer" genügte ein Blick auf das Display und uns war klar, dass wir das nicht mehr besser hinbekommen werden.
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Welche Erfahrungen konntet ihr an dem Tag sammeln? Was würdet ihr nächstes Mal anders machen?
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Ich würde beim nächsten Mal weniger Zeug mitschleppen. In unserem Wunsch, auf alles vorbereitet zu sein, waren wir gefährlich dicht am zulässigen Gesamtgewicht von Sebastians Auto. Michalina hatte ihren halben Kleiderschrank und Schminkutensilien dabei (alleine dafür hätte wir eigentlich eine Pritsche benötigt) und unser technischer Krempel umfasste so ziemlich alles, was man auch nur im entferntesten mit Fotografie in Zusammenhang bringen konnte - inklusive unserer Studioblitzanlage, die aus einem anderen Shooting noch im Kofferraum war, aber natürlich nicht zum Einsatz kam (außer als Requisite zu "Ich hab einen Koffer in Berlin"). Natürlich haben wir ungefähr 90% nicht gebraucht und das ist etwas, was ich beim nächsten Mal definitiv nicht mehr machen würde.
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Habt ihr einige Tipps für zukünftige Teilnehmer?
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Wie gesagt - von der ersten Teilnahme würde ich keine Wunder erwarten: Das fotografische Niveau ist beim Fotomarathon extrem hoch – bei der Ausstellung waren wir von einigen Ideen sehr begeistert. Die anderen Fotografen sind verdammt gut und uns ging alles beim zweiten Mal viel besser von der Hand, weil wir die Zeiträume besser einschätzen konnten. Logistisch fand ich es hilfreich, ein Auto dabei zu haben, damit man auch mal rechts und links der Strecke an Orte fahren kann, die ideal zum Thema passen, aber mit den Öffentlichen oder dem Rad den Zeitrahmen sprengen würden. Dies setzt natürlich Ortskenntnisse voraus, die mir ebenfalls hilfreich vorkommen - aber das Gegenteil kann natürlich auch gerade gut sein. Das sind reine Äußerlichkeiten - am wichtigsten ist die Kreativität und da kann man schlecht andere mit Tipps versorgen (falls jemand doch weiß wie das geht - ich wäre interessiert! :-)
Wir hatten jedenfalls jede Menge Spaß und sind froh, nicht den ersten Platz gemacht zu haben, denn so können wir 2011 gleich wieder antreten. Der Spaß ist immerhin das, was im Mittelpunkt stehen sollte.
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 26. September 2010 um 18:38 Uhr |
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